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Miles Davis

Miles Davis (25.05.1926 - 28.09.1991)

Miles Dewey Davis III wurde am 25.Mai 1926 in Alton, Illinois, USA geboren und wuchs nach dem Umzug seiner Familie in East St. Louis, einer Kleinstadt am Ostufer des Mississippi, auf.

Nach Abschaffung der Sklaverei hatte sich seine Familie innerhalb von zwei Generationen etabliert und ein Vermögen erarbeitet. Miles Vater, ein Zahnarzt und Großgrundbesitzer, schenkte seinem Sohn zum dreizehnten Geburtstag eine Trompete, mit welcher er binnen kurzer Zeit enorme Fortschritte machte. Nur zwei Jahre später war er bereits in der lokalen Jazz-Szene aktiv.

Um sich noch intensiver mit der Musik auseinanderzusetzen, beschloss Davis nach New York zu gehen, da sich dort das Zentrum des Bebops Jazz befand.

Seine Eltern reagierten nicht gerade begeistert auf die Ambitionen ihres Sohnes, sich so stark für die Musik der schwarzen Unterschicht zu interessieren. Als Kompromiss studierte er an der "Juilliard School Of Music" in New York klassische Musik und hatte so die Möglichkeit, abends in die Jazzclubs zu gehen.

1945 nahm er bereits an ersten Schallplattenaufnahmen teil, fühlte sich jedoch aufgrund seiner Unerfahrenheit noch unsicher und überfordert. Langsam entwickelte er aber seinen eigenen lyrischen Stil und bereits 1948 etablierte er sich zu einer bekannten internationalen Größe.

In dieser Zeit geriet der Bebop in eine Entwicklungssackgasse, weshalb sich Davis langsam anderen musikalischen Richtungen zuwandte. Der neue Stil konnte als Vorreiter der "coolen" West-Coast-Jazz Schule bezeichnet werden. In der Folgezeit fand Davis keine Arbeit mehr, obwohl er als international anerkannter Trompeter bekannt war. Er versuchte daraufhin, seine Probleme mit Heroin-Konsum zu überwinden, weshalb er Anfang 1954 kaum noch in der Lage war, die Trompete zu spielen. Mittels eines konsequenten Entzuges, den er ohne fremde Hilfe bewältigte, fand er zu seiner alten Stärke zurück. Es folgte vielmehr eine seiner kreativsten Phasen, in denen er Jazzgeschichte schrieb. Mit seiner Mischung aus lyrischem und swingendem Spiel, welches durch einen starken rhythmischen Drive seiner Band unterstützt wurde, schien er, seinen Stil gefunden zu haben.

Zu Beginn der 60er Jahre erreichte Davis den Gipfel seines Erfolges, doch die spezielle Aura, die ihn umgab, setzte sich nicht nur aus seinen musikalischen Leistungen, sonder auch aus seinem sonderbaren Verhalten zusammen. Oftmals verließ er mitten im Set die Bühne, ohne wiederzukehren, sprach selten mit seinen ständig wechselnden Musikern und der Applaus des Publikums schien ihm völlig egal zu sein.

Es folgte eine weitere kreative Krise, da er sich mit der Entwicklung des Free Jazz nicht wirklich auseinandersetzen konnte. Der künstlerischen Unsicherheit mit diversen Stilwechseln folgten gesundheitliche Probleme. 1975 erkrankte er so schwer, dass er zeitweise keine Musik mehr spielen konnte. Nach einigen Alben und einer Stilverbindung aus Rock und Jazz in den 80er Jahren, starb Miles Davis am 28.September 1991 in Santa Monica, Kalifornien an den Folgen einer Lungenentzündung.